Warbeck, Stephen

Stephen Warbeck ist ein vielseitiger Komponist für Theater, Fernsehen und Film; außerdem ist er der Leiter von zwei Bands, die "Kippers", die 'verrückt und anarchistisch' sind sowie die ernsthafteren "Metropolitan Water Board".

1998 gewann Warbeck für "Shakespeare in Love" einen Oscar; dieser Film war nach "Ihre Majestät: Mrs. Brown? seine zweite Zusammenarbeit mit Regisseur John Madden gewesen. Beide Männer verstehen sich offenbar sehr gut. Warbeck meint hierzu: "Unsere allererste Zusammenarbeit war eine sehr schmerzhafte Episode von "Prime Suspect", und sofort war mir klar, wie musikalisch er ist. Er beruft sich nicht auf sein Können, aber wenn man ihm eine Melodie auch nur ein Mal vorspielt, kann er sie sich schon merken. Und ein paar Stunden später meint er dann, wir könnten diese Melodie doch zu jener Filmsequenz versuchen... Wenn ich ihm erzähle, es soll an dieser oder jene Stelle Streicher geben und woanders vielleicht eine Klarinetten-Melodie, dann versteht er ganz genau, wie es klingen wird. Es gibt also keine Umwege in unserer Kommunikation, das ist sehr erfreulich."

"CORELLIS MANDOLINE" verlangte von Warbeck, bereits vor Beginn der Produktion einige musikalische Entscheidungen zu treffen. "Pelagia's Theme" ist für Mandoline komponiert, und wird von Corelli für Pelagia gespielt, die Frau, die er liebt. Warbeck wählte ebenfalls die Opern-Stücke aus, die von Corelli und den La Scala-Männern gesungen werden.

Als einer der wichtigsten Theater-Komponisten und Arrangeure in Großbritannien hat Warbeck für die Royal Shakespeare Company, am Royal Court, am Gate, am Nationaltheater sowie an vielen anderen Bühnen gearbeitet. Zu den herausragenden Inszenierungen gehören u.a. ein Revival des mehrfach preisgekrönten Stücks "An Inspector Calls" unter der Regie von Stephen Daldry, "To the Greenfields Beyond" von Sam Mendes am Donmar, "The Triumph of Love" am Almeida sowie "The White Devil" von der Royal Shakespeare Company.

Ab 1990 betätigte er sich auch für das Fernsehen, darunter in "Prime Suspect", wobei er die Musik für fünf Serien sowie für etliche andere Produktionen komponierte, darunter z.B. "Skallagrigg", "Truth or Dare", "A Christmas Carol" und "Elements of Doubt". Für diese Werke ist er fünf Mal zum BAFTA nominiert worden.

Warbeck komponierte auch für verschiedene Spielfilme, darunter "Quills - Macht der Besessenheit", "Billy Elliott - I will dance", "Der kleine Unterschied", "Brothers in Trouble", "My Son the Fanatic", "Heart", "Mystery Men" und "Fanny and Elvis".

Stephen Warbeck stammt aus Southampton, wo er bereits im Alter von nur vier Jahren begann, Klavier und Komposition zu lernen. Seine Eltern waren begeisterte Amateurmusiker, die ihn unterstützten und förderten. In seinen Teenagerjahren wandelte sich sein Interesse von der Klassik hin zu Rock'n Roll - und er beschloss, dass er auch gerne schauspielern würde. An der Bristol University studierte er Theaterwissenschaften und Französisch, und schon dort beteiligte er sich an der Musik für die Uni-Inszenierungen. 1985 schwor er der Schauspielerei zugunsten des Komponierens für das Theater ab. Daraufhin folgte seine Arbeit für TV und Film.

(Quelle: Pressetext zu CAPTAIN CORELLIS MANDOLINE; 2001)